Geschichte des Hauses Leiningen english
     
 

Bewegte Geschichte seit 1096 ...

1096 | 1220 | 1317 | 1444 | 1560 | 1657 | 1695 | 1779 | 1803 | 1848 | 1899 | 1934 | Genealogien | Geschichte von Billigheim

 
Lebenslust und Frömmigkeit

Hoechele, ein Spezialist in "Spaziergangsbildern" vereinigt in diesem Bild die Töchter und den Sohn des Kurfürsten beim Spaziergang in einem Park.

In der Bildmitte führt Fürst Carl August von Bretzenheim seine Schwester, Fürstäbtissin von Lindau (in schwarz) und seine Gemahlin, eine geb. Prinzessin von Oettingen-Spielberg.

Johann Baptist Hoechele: Familienbild der Kinder Kurfürst Carl Theodors, 1790, Mannheim, Reiss-Museum, Katalog Carl Theodor Nr. 1.6.11
Johann Baptist Hoechele: Familienbild der Kinder Kurfürst Carl Theodors, 1790
Am linken Bildrand, unter dem Portraitmedaillon des Kurfürsten, sitzt die Tochter Caroline, mit ihrem Mann, dem Grafen Friedrich Wilhelm von Isenburg-Birstein.

Deren ältester Sohn Carl Theodor, 12 Jahre alt, bricht am rechten Bildrand eine Rose, während der vierjährige Prinz Ernst mit einem Blumenstrauß in der Hand der Mittelgruppe folgt. Zwei Töchter sitzen rechts vorne bei der Amme.

Im Bildhintergrund die Tochter Eleonora und ihr Mann, Graf Wilhelm Karl von Leiningen Billigheim.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fürstliches Wappen Leiningen 1803
 
 
 
Graf Karl und Christine Gräfin Leiningen-Billigheim an Ausgrabungsstätten in Ägypten
 
Karl Graf Leiningen-Billigheim (1860-1899)
 
 
 
Billigheim
 
Wappen Leiningen-Billigheim
 
Emilie Schmid-Lorenz (1891-1970)
1096
 
 
 
 

1220

 
 
 
 

1317

1444

 
 
 

1695

 
 
 
 
 
 
 

1560

 
 

1779

 

1803

 
 
 
 
 
 
 
 

1848

 
 
 
 

1657

 
 
 
 
 
 

1899

 
 
 

1934

Das Haus Leiningen ist ein mediatisiertes deutsches Grafengeschlecht der Rheinpflaz, dessen Besitzungen ursprünglich aus der alten Grafschaft Leiningen im Wormsgau bestanden, zu der später Erwerbungen im Speyergau, Elsaß (Dagsburg), in Lothringen (Aspermont) kamen. Der erste Graf von Leiningen, welcher mit Bestimmtheit genannt wird war Emiko, welcher 1096 eine rohe Schar von Kreuzfahrers nach dem Morgenlande zu führen suchte, aber schon in Ungarn zur Umkehr genötigt wurde.

Bereits 1220 erlosch das Geschlecht mit dem Grafen Friedrich (Minnesinger) im Mannesstamm. Die Erbtochter Liutgard vermählte sich mit dem Grafen Simon von Saarbrücken, und ihr dritter Sohn, Friedrich (1220-37), erbte die Leiningenschen Besitzungen und nahm den Namen und das Wappen der alten Grafen von Leiningen an. Nach 1234 erbte Graf Friedrich III. von Leiningen von seinem Bruder Simon die Grafschaft Dagsburg im Wasgau.

Friedrichs IV. Sohne Friedrich V. und Joffried (Gottfried) teilten 1317 und 1318 die Leiningenschen Güter und gründeten die beiden Hauptlinien des Hauses: die ältere und die jüngere. Von der älteren Linie erhielt Hesso 1444 vom König Friedrich III. die Würde eines gefürsteten Landgrafen, doch starb diese Linie mit Hesso 1467 aus. Hierauf bemächtigte sich seine Schwester Margarete, die Witwe Reinhards Herrn zu Westerburg, des größten Teiles der besitzungen, nahm für sich und ihre Nachkommen den Namen der Grafen von Leiningen an und wurde dadurch die Gründerin des Hauses Leiningen-Westerburg.

Die Hauptlinie Leiningen-Westerburg (ursprünglicher Besitz der Herren zu Westerburg die Herrschaften Westerburg auf dem Westerwalde und Schadeck an der Lahn), von Margarete von Westerburg abstammend, ebenfalls gräflich, zerfiel 1695 in den Speziallinien Alt-Leiningen-Westerburg und Neu-Leiningen-Westerburg. Die erstere besitzt die Standesherrschaft Ilbenstadt unter hessischer Hoheit sowie auch die Hälfte der herrschaft Westerburg und der Herrschaft Schadeck, die letztere die andere Hälfte von Westerburg und Schadeck unter preußischer Hoheit. Familienoberhaupt der Linie Alt-Leiningen-Westerburg ist (1896) Graf Friedrich, geb. 30. Dez. 1852, der Linie Neu-Leiningen-Westerburg Graf Karl, geb 8. April 1863.

Die jüngere, von ihrem Stifter Joffried auch die Joffriedsche Linie genannt, führte nach Hessos Tod den Namen Leiningen-Dagsburg. 1560 teilten die Söhne Emichs IX. von Leiningen-Dagsburg (1498-1541) die väterlichen Besitzungen und gründeten die Linien Leiningen-Dagsburg-Hartenburg und Leiningen-Dagsburg-Falkenburg.

Die erstere, evangelischer Konfession, gegründet von Johann Philipp (1539-62), wurde 1779 in den Reichsfürstenstand erhoben, verlor aber im Lüneviller Frieden ihre auf dem linken Rheinufer gelegenen Besitzungen, etwa 660 qkm, und wurde dafür durch den Reichsdeputationshauptschluß von 1803 durch Besitzungen im Mainzischen (Miltenberg, Amorbach, Bischofsheim), Würzburgischen (Hardheim, Lauda, Rippberg) und in der alten Rheinpfalz (Mosbach und Borberg) entschädigt. Die neuen zusammenhängenden Besitzungen, nache 1.600 qkm, wurden zu einem Fürstentum vereinigt und durch die Rheinbundsakte von 1806 als Standesherrschaft der Oberhoheit Badens unterworfen. 1810 kamen die Ämter Miltenberg und Amorbach unter hessische, 1816 unter bayrische Souveränität. Ein kleiner Teil der Besitzungen blieb unter hessischer Oberhoheit. Residenz ist Amorbach, im Sommer Schloß Waldleiningen in Baden. Fürst Karl Friedrich Wilhelm Emich, geb. 12.9.1804, folgte seinem Vater Emich Karl 1814 unter der Vormundschaft seiner Mutter Maria Luise Viktorie, Prinzessin von Sachsen-Koburg, die sich nachmals mit dem Herzog von Kent verheiratete, durch den sie Mutter der Königin Viktoria von Großbritannien wurde. Fürst Karl war bayrischer General der Kavallerie, vom 9. Aug. bis 5. Sept 1848 Präsident des Reichsministeriums - liberaler Politiker, setzte sich für die Einigung Deutschlands unter preußischer Führung ein - und starb 13. Nov. 1856 in Amorbach. Haupt der fürstlichen Linie wurde anschließend Fürst Ernst von Leiningen, geb. 9. Nov. 1830, erbliches Mitglied der bayrischen Kammer der Reichsräte, Standesherr in Baden und Hessen und Admiral in der großbritannischen Marine. Er war mit einer badischen Prinzessin vermählt.

Die zweite Linie, Leiningen-Dagsburg-Falkenburg, blieb gräflich und zerfiel 1657 in die Unterlinien Leiningen-Heidesheim, Leiningen-Dagsburg und Leiningen-Guntersblum. Die erste erlosch im Mannesstamm 1766, die zweite 1708. Die letzte, welche 1774 ebenfalls im direkten Mannesstamm ausstarb, besteht noch in den Nebenzweigen Leiningen-Guntersblum und Leiningen-Heidesheim, die sich nach den Gütern, welche sie durch den Reichsdeputationshauptschluß zur Entschädigung erhielten, Leiningen-Billigheim und Leiningen-Neudenau nennen. Auch sie wurden durch die Rheinbundsakte als Standesherren der Oberhoheit Badens unterworfen. Das Haupt von Leiningen-Billigheim wurde Karl Graf von Leiningen-Billigheim (1860 - 1899), bayrischer Gesandtschaftsattaché in Wien, von Leiningen-Neudenau Emich Graf von Leiningen-Neudenau, geb. 31. Juli 1855, Hauptmann in der preußischen Garde, beide katholisch. Mit dem Tod von Graf Karl 1899 erlischt die Linie Leiningen-Billigheim im Mannesstamm. Graf Karls Witwe, , ist die letzte Namensträgerin dieser Linie. Wappen und Namen des Hauses Leiningen-Billigheim fallen im Erbwege an die Nichte und Erbin von Graf Karl und Christine Gräfin Leiningen-Billigheim (1873 - 1934), Emilie Ida Katharina Lorenz (1892-1970), deren Sohn, Alfred Schmid-Lorenz (1923-1982), deren Tochter Annemarie Lehner-Schmid, geschäftsführende Gesellschafterin der Lecon Firmengruppe, welche das traditionsreiche Unternehmen Lorenz & Leiningen beinhaltet.

Quellen:

  • Brinckmeier, Genealogische Geschichte des Hauses Leiningen Braunschweig 1890-91, 2 Bde.
  • Meyers Konversations-Lexikon, 5. Auflage, 18 Bde., 11. Bd., S. 190 f., Leipzig und Wien, Bibliographisches Institut, 1896
  • Bertelsmann Lexikon, 20 Bde., 11. Bd., S. 101, Berlin 1976.

Genealogien zum Haus Leiningen-Billigheim

Descendance de Philippe le Beau:
Gotha:
Weitere Links:

Geschichte von Billigheim

Billigheim   Die erste schriftliche Eintragung findet sich in einem Diarumblatt des Würzburger Archivs um das Jahr 1000. Genannt wird dort das "Closter Bullikhemb", bzw. "Closterlin zu Bulleinhemd", das zu jener zeit eingeweiht wurde. Funde aus den Tagen des Limes zeigen aber auch, daß Billigheim bereits viel früher bestanden haben muß.

Jenes genannte Nonnenkloster von Billigheim hatte vom 12. Jahrhundert bis zur Säkularisation im Jahre 1584 die Ortsherrschaft inne. Schließlich verlor das Kloster den Kampf um seine Existenz und die Ortsherrschaft ging an Kurmainz über.

1803 kam der Billigheimer Klosterbesitz an die fräfliche Familie Leiningen, die das ehemalige Kloster zu einem Schloß umbaute. Dieses brannte 1902 vollständig nieder. Die noch erhaltene Kirche des Klosters wurde im Jahr 1878/79 umgebaut. 5 Jahre später ging Billigheim in den Besitz des Großherzogtums Banden über.

Billigheim erhielt seinen Namen von dem Geschlechternamen derer von Bulling und bedeutet wörtlich "das Heim von Bullink". Ein Angehöriger dieser Familie soll das erste Haus im späteren Billigheim gebaut haben und somit der Gründer des Dorfes sein. Die Endung des Ortsnamens auf "-heim" läßt auf einen Fränkischen Ursprung schließen.

Das Wappen Billigheims zeigt das Mainzer Rad. Im oberen Teil des Wappens stehen der Krummstab und das Kreuz als Hinweis auf das früher existierende Zisterzienserkloster.

 
 
 
LECON®GROUP © 1997-2006 Lecon Produkte Vertriebs GmbH.
All rights reserved. Impressum Masthead
Last update: 2006/08/31